| Written By Martin "Frejn" Freinademetz Sunday, 04 April 2010 |
Zum zehnten Mal in Österreich und zum vierten Mal in Rumänien organisiert ex Snowbordweltmeister Martin "Frejn" Freinademetz seine Inferno-Serie. Nie gab es bei diesen 14 Veranstaltungen nennenswerte Verletzungen, was in Anbetracht der spektakulären Abfahrten durchwegs als Glück bezeichnet werden kann. Beim diesjährigen Inferno war das altbewährte Glück weder auf Seiten der Organisatoren noch auf Seite der Teilnehmer.
Wie jedes Jahr hielten sich Martin Freinademetz und seine Helfer schon einge Tage im Wintersportgebiet Ischgl auf, um die Schnee und Lawinensituation zu bewerten und die bestmöglichen Abfahrten in Absprache mit den lokalen Experten festzulegen. Für Schönwetterverhältnisse war ein Aufstieg in Richtung Val Gronda mit Abfahrt ins Fimbatal vorgesehen. Eine relativ flache und leicht kupierte Abfahrt, die unverspurt war und dem schneearmen Winter entsprechend recht gute Schneeverhältnisse hatte. Als Variante für schlechte Sichtverhältnisse bzw. als zweiter Lauf war eine Waldabfahrt von der Thayabahn Bergstation zum Padratschsee vorgesehen.
Da am Renntag die Wetterverhältnisse perfekt waren, wurde der erste Lauf entsprechend dem Schönwetterplan gesteckt. Nach einem Riders’ Briefing auf der Idalp begannen die 93, mit Lawienenpieps und Helm ausgestatteten, Skifahrer und Snowboarder mit dem ca. halbstündigen Aufstieg. Am höchsten Punkt angekommen entschied die Münze, dass die Skifahrer als Erste in den Hang einfahren dürfen. Der gesamte Rennhang war durchwegs flach und weit unter der kritischen 30 Grad Neigung. Nur die linke Seite des Starthanges war auf ca. 20m Länge im Bereich der kritischen Neigung. Nach dem Start der Skifahrer löste sich der dort eingewehte Schnee auf einer Breite von ca. 30m und rutschte den bereits gestarteten Skifahrern hinterher, jedoch in wesentlich langsamerer Geschwindigkeit als die gestarteten Rennfahrer. Drei Skifahrer am Ende des Feldes hatten Kontakt mit dem Schneebrett und konnten sich meist fahrender Weise auf der Oberfläche halten. Das Schneebrett kam nach ca. 50m zum Stillstand und einer der drei Teilnehmer steckte bis kanpp über die Knie im Schnee des Lawinenkegels fest.
Wir beschreiben diesen Vorgang deswegen so detailliert, da in der österreichischen Presse von einem 90m breiten Lawinenabgang mit drei mitgerissenen und verschütteten Rennteilnehmern berichtet wird und das nicht den tatsächlichen Ereignissen entspricht.
Im weiteren Verlauf des Rennens wurde unter den Führenden hart gefightet und im Zuge der Rennbegeisterung die Vorgabe des sicheren und vorausschauenden Fahrens nicht immer beherzigt. Gut 200m, bereits in Sichtweite des Ziels, kam ein Großteil des Feldes an einer schwer einsehbaren Stelle zu Sturz und fünf Teilnehmer verletzten sich mitunter schwer. Dank der professionellen Abwicklung der Ischgler Pistenrettung in Zusammenarbeit mit den Flugrettern des ÖAMTC konnten die Verletzten schnell erstversorgt und in die Krankenhäuser Zams, Innsbruck, und Feldkirch geflogen werden. An dieser Stelle wünschen wir allen Verletzten baldige Genesung. Seitens der Veranstalter werden diese Vorkommnisse analysiert und in weiterer Folge entschieden, mit welchen Maßstäben und Mitteln die Sicherheit soweit erhöht werden kann, dass Verletzungen weitest möglich ausgeschlossen werden können. Unser Dank gilt an dieser Stelle auch all jenen Rennteilnehmern, die an der Sturzstelle erste Hilfe leisteten anstatt, eine gute Platzierung vor Augen, weiterzufahren.
Während des Rettungseinsatzes war ein Start der Snowboarder nicht möglich. Diese mussten am Start ausharren und auf die Freigabe der Strecke warten. Bei den Snowboardern verlief der Run über die 600 Höhenmeter ohne weitere Vorkommnisse. In einer anschließenden Befragung der Teilnehmer entschied sich die Mehrheit gegen einen zweiten Run.
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